Einstieg ins Fotografieren mit manuellen Nikon Objektiven

– Wieviel Schärfe braucht der Mensch?-

Diese Frage brennt jeder ambitionierten Fotografin oder jedem Fotografen – egal ob Amateur oder Profi – unter den Nägeln. Aber – viele Wege führen nach Rom! Die Profifotografen unterliegen den Gesetzen der Werbefotografie. Hier werden Fotos in Plakatgröße zu Webezwecken gebraucht – hier wird jeder Pickel und jede Falte – je nach Auftrag – wegretuschiert. Photoshop macht´s möglich. Da kommen 36 Megapixel gerade recht – sind auch nützlich. Was viele vergessen – auch ich war erstaunt – es brechen viele PCs unter der Datenflut zusammen. Also nicht nur die Anschaffung der D800 oder D830 kommt auf einen zu, sondern der neue PC. Außerdem steht dann schnell die Frage im Raum: Schaffen das meine Objektive überhaupt? Das ist wieder eine neue andere Diskussion.

Aber auch in der Werbung geht man heute schon andere Wege. Die erste Werbekampagne mit analogem Filmmaterial wurde dieses Jahr umgesetzt. Gestern im TV war ein Bericht zu sehen, bei dem nur ein Foto pro Tag entstanden ist – das perfekte Foto – ein Portrait mit Seele.

Oder John Brogden aus Dortmund. Er ist mit einer selbst gebauten Großformatkamera auch auf der Suche nach dem perfekten Foto. Mit einer Großformatkamera kann man, indem man die „Scheimpflugsche Regel“ anwendet, die Schärfeebene schräg durch das Bild laufen lassen oder auch nur auf einen einzigen kleinen Bereich einschränken. Das Spiel mit der Tiefenschärfe.

Ein ziemlich, im positiven Sinne gemeint, „verrücktes Experiment“ ist die Großbildkamera aus Legosteinen gebaut von Jens Werlein (http://www.kameramuseum.de/fotoschule/2015/werlein/werlein.htm ).

1.Einstieg ins Fotografieren mit manuellen Nikon Objektiven

Diese Fotoprojekte haben alle folgende Gemeinsamkeiten: den Spaß an der Sache und die Entschleunigung beim Fotografieren. Außerdem die Suche nach der Seele des Fotos. Und hier ist die Schnittstelle zu den analogen Nikon Kameras und den manuellen Nikon Objektiven. Weg von den Automatismen der digitalen Autofokus Schnellschussfotografie mit einer nicht mehr zu handhabbaren Bilderflut. Und dann kommen ja auch noch unsere Selfies und Handyfotos dazu.

Ziel dieser neuen Ausrichtung ist mit dem Satz gut zusammenzufassen: wieder bewusster Fotografieren. Das Foto schon im ersten Schritt wieder mehr komponieren – das Spiel von Blende, Belichtungszeit und damit die Tiefenschärfe selber in die Hand nehmen. Die neuen guten und sehr guten Autofokusobjektive nehmen den Reiz dieser Möglichkeit, da erst gar kein Blendenring mehr verbaut wird. Nur über die Einstellräder lässt sich eingreifen. Und die hohen Preise der VR Reihen sind der zweite Stolperstein.

2.Das Spiel mit Zeit und Blende

Voraussetzung ist also der Um- oder  Einstieg auf die alten manuellen Nikon Objektive. Natürlich besteht die Möglichkeit sofort ganz analog zu Fotografieren – z.B. mit einer günstigen Nikon FE und einem 36er Film (die alten Hasen holen 38 Fotos raus). Für mich wäre aber der erste Schritt  mit einer Kombination von digitalem Gehäuse und manuellem Objektiv einzusteigen: z.B. einer D200 mit einem wunderbaren 100mm Serie E AIS Objektiv. Wenn man mit dem Spiel von Blende mit Zeit neu einsteigt, braucht man Erfahrungswerte, um abschätzen zu können, was sich verändert. Hier hilft eindeutig der große digitale Speicher und die schnelle, sofortige Kontrolle. Mit einer Nikon D200 bekommt man die Möglichkeit der Nutzung von alten Nikon Objektiven der AI und AIS Reihen. Die alte Regel – Glas bestimmt die Qualität – macht man sich zu Nutze. Viele sehr hochwertige manuelle Nikon Objektive für einen im Verhältnis günstigen Preis kann man nutzen.

Neben der Entschleunigung des Fotografierens bestimmt auch das Thema die Möglichkeiten. Als Beispiele möchte ich die Portrait- und die Landschaftsfotografie anführen.

3.Portraitfotografie

Gerade die Portraitfotografie bietet viel Zeit für die Komposition. Deshalb habe ich ihnen ein Beispielfoto mit dem 75-150mm Serie E AIS Objektiv angefügt. An der D200 fotografieren sie dann (Crop-Faktor) mit einem Objektiv von 113 – 225mm mit der durchgängigen Blende 3.5. Dieses sehr gute Zoom-Objektiv erreicht mit dem D200 Sensor von 10 Millionen Pixel eine gute Schärfeleistung mit sehr gutem Rauschverhalten bis ISO 800. Außerdem ist die Farbwiedergabe sehr gut. Ein Foto, das in jedem Fotobuch eine gute Gestalt abgibt. Es hilft am Anfang sehr, wenn man sich statische Motive, wie diese Skulptur aussucht. Gutes Wetter – Zeit, um auch unterschiedliche Perspektiven auszutesten – das Spiel mit Blende und Zeit und … Zeit haben und nehmen.

k-75-150mm-f6-3-iso-400-160-df-aachen

4.Landschaftsfotografie

In der Landschaftsfotografie gibt es natürlich auch Situationen, in denen der Schnellschuss gefordert ist – mit einer Reisegruppe unterwegs – und man schätzt das Autofokusobjektiv. Aber meistens ergeben sich Situationen, in denen man Zeit hat, um sein Motiv zu finden. Die beiden Beispiele sind stellvertretend dafür.

Sonnenaufgang –  morgens, wenn alle noch schlafen – gut es ist Urlaub – aber das hat was – und mich dann jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen lassen. Jeder Sonnenaufgang war anders. Und ich „male“ gerne meine Fotos in bestimmten Situationen. Die Seele einfangen! Der Sonnenaufgang ist mit der D200 und einem 50mm 1.8 AIS Objektiv – also mit 75mm – eingefangen worden. Die absolute Schärfe spielt hier keine Rolle – hier geht es um die Atmosphäre. Dieses Objektiv ist an einer Nikon D700 so scharf, dass sie bei Portraits jeden Pickel und jedes kleine bei der Rasur vergessenes Haar sehen – aber will man das immer?

a) Beispiel Sonnenaufgang

k-50mm-f22-iso1600-250-d200mallorca

Das zweite Foto ist auf Amrum bei tollem Sonnenschein aufgenommen worden. Auch wieder mit der D200 und einem Serie E 100mm AIS Objektiv. Dann mit der Brennweite von 150mm (Crop-Faktor) und einer sagenhaften Blendenöffnung von 2.8. Hier kommt der überragende Kontrast und die Farbqualität des Objektivs voll zum Tragen. Außerdem ergeben die Lichtverhältnisse, der spezielle Stand zur Sonne und die Farben des Fotos den Effekt eines Aquarells. Daher ist dieses Foto das Titelfoto unseres Fotobuchs über Amrum geworden. Auch hier spielt absolute Schärfe eine untergeordnete Rolle

b) Beispiel Landschaft

k-100mm-f8-iso400-1250-d200amrum

Deshalb sind die Fotobeispiele alle bewusst mit der Kategorie „Kamera D200“ ausgesucht worden. Dieses Kameramodell ermöglicht sehr preisgünstig  und hochwertig den Einstieg ins Fotografieren mit manuellen Nikon Objektiven – besonders den hier vorgestellten Nikon Objektiven. (siehe auch im Onlineshop nikonanalog.de)

5. Die Vorteile beim Einstieg ins digitale Fotografieren mit manuellen Nikon Objektiven:
  1. Ein preisgünstiger, hochwertiger Einstieg in die Fotografie
  2. Nutzungsmöglichkeit aller manuellen Nikon Objektive der Baureihe AI/AIS
  3. Blende über den Blendenring einstellen können
  4. Große digitale Speicher zum Üben
  5. Schnelle, direkte Ergebniskontrolle bei den Fotos
  6. Auch Nutzungsmöglichkeit der Fotografie mit Programmautomatiken

 

In diesem Sinne viel Erfolg, Entschleunigung finden und Spaß

wünscht

© Rüdiger Harth für Nikonanalog.de

 

 

2 Gedanken zu „Einstieg ins Fotografieren mit manuellen Nikon Objektiven

  1. Auch ich habe vor 2 Jahren die alten AIS-Objektive wieder entdeckt. Vor allem die Möglichkeit, Objektive ab 1977 an meiner D-7100 ( oder jetzt an der D-7200 ) zu verwenden, fand ich toll. Auch habe ich noch alte AF-Objektive aus den Zeiten, in denen ich mit der F-601 angefangen habe mit Nikon zu fotografieren. Zum Glück habe ich mich von diesen alten ‚Schätzen‘ nie trennen können.
    Inzwischen habe ich wieder ein paar alte manuelle Objektive erstanden. Mit denen macht es richtig Spaß zu fotografieren, meist benutze ich den rein manuellen Modus.
    Gerade das Spiel mit der Blende und Zeit und der daraus resultierenden Tiefenschärfe macht immer wieder Spaß. Und Spaß sollte das Hobby Fotografieren ja machen.

  2. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich meine AF D und AF-S G Objektive nicht schätze. Aber das Spiel mit der Blende ist meiner Fotografie, Windhunderennen, nicht dem künstlerischen Ausdruck geschuldet, sondern es gibt nur die eine richtige Blende.
    Nur auf Dauer wird das irgendwann langweilig und man möchte etwas anderes machen. Deswegen lese ich über die alten Nikkor Objektive. Allerdings sollten die alten Schätzchen keine Konkurrenz zum Vorhandenen sein.
    Was mir zum meiner D700 fehlte, war ein kleiner Satz Objektive, der in eine kleine Fototasche passt und das kriege ich mit den neuen Linsen nicht hin. Kurz gesagt ich habe drei Objektive Weitwinkel, Normal und Tele mit Filterdurchmesser 52mm gekauft. Die drei Ai-s Linsen sind richtige Schönheiten und es macht Spass mit ihnen zu fotografieren.

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